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Presse-Information


Auch Windenergieanlagen von Cyberangriffen bedroht

Fernüberwachungssysteme müssen geschützt werden

 

Grevenbroich, 19.06.2017.- Das Wochenende Mitte Mai hatte es in sich: Unerwartet und rasant schnell hatte sich eine erpresserische Schadsoftware mit dem Namen „WannaCry“ auf mehreren hunderttausend Zielen in über 150 Ländern verbreitet. Die bislang weltweit größte Cyberattacke machte sich vielen Lebensbereichen bemerkbar. Nicht nur Banken, Krankenhäuser oder Regierungsbehörden waren betroffen, sondern auch zahlreiche bekannte Unternehmen wie die Deutsche Bahn, der Automobilkonzern Renault oder der Telefon-Riese Telefónica.

 

Den groß angelegten Cyberangriff bewertete Michael Eberhardt als „Weckruf“ auch für nicht betroffene Firmen. „Die Gruppe der Unbelehrbaren könnte durch den Vorfall schrumpfen“, sagte der Europachef des IT-Dienstleisters DXC Technologies in einer Stellungnahme. Es müsse mehr für IT-Sicherheit und Datenschutz unternommen werden.

 

Dass „WannaCry“ auch ein Weckruf für die Windbranche gewesen ist, darauf setzt Thomas Wilmes, Geschäftsführer des Ingenieurbüros GmbH & Co. KG mit Sitz im ostwestfälischen Warburg: „Das Thema IT-Sicherheit ist in der Windbranche noch so gar nicht richtig angekommen.“ Für den langjährigen Windexperten zählen auch Windenergieanlagen wie konventionelle Kraftwerke durchaus zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen: „Was passiert beispielsweise, wenn Hackern der Zugriff auf die Steuerung von Windenergieanlagen gelingt?“ Wenige Klicks und Programmierbefehle reichten aus, um beispielsweise eine Anlage aus Wind zu drehen oder in den Überdrehzahlbereich gelangen zu lassen.

 

Verbunden damit könnten für die Windkraftbetreiber im schlimmsten Fall Schäden in Millionenhöhe sein. Und hierzulande gibt es mittlerweile nicht nur eine Windturbine: An Land sind mittlerweile rund 27 500 Anlagen in Betrieb, vor der deutschen Küste auch schon über 900.

 

Wilmes ist deshalb froh, dass das Thema „Cybercrime und Windenergie“ Platz in Vortragsprogramm des 9. Branchentags Windenergie NRW am 28. und 29. Juni in Düsseldorf gefunden hat: „Wir müssen viel über die Gefahren aufklären und sensibilisieren.“

 

So sieht das auch Peter Vahrenhorst vom Landeskriminalamt NRW: „Wir müssen die Prävention in der Wirtschaft ausbauen.“ Der Kriminalhauptkommissar, der auch zu den Referenten auf dem bevorstehenden Windenergietag zählt, gehört zu dem im Jahr 2011 in der Polizeibehörde gegründeten Cybercrime-Kompetenzteam: „Zu unseren Aufgaben zählt die gezielte Beratungsarbeit für kleinere und größere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, zu denen auch Energieversorger und die Betreiber von Windkraftanlagen zählen.“ 

 

Auch für ihn zählt das Steuerungssystem einer Windenergieanlage zu den Schwachstellen eines möglichen Hackerangriffes: „Deshalb ist es unverzichtbar das Fernüberwachungssystem vor illegalen Zugriffen zu schützen.“

 

Wenig hilfreich ist es deshalb für Vahrenhorst, wenn Windparkbetreiber beispielsweise für alle Anlagen mit einem einzigen Passwort operierten: „Wenn ich zwölf Anlagen in Betrieb habe, sind auch zwölf Passwörter notwendig, die regelmäßig geändert werden müssen.“ IT-Sicherheit müsse zur „Chefsache“ im Windsektor werden. „Investitionen in IT-Sicherheit bringen sicherlich keine kurzfristige Rendite, sind aber unverzichtbar, um Schäden zu vermeiden“, lautet das Credo von Vahrenhorst.

 

Auch die Versicherungswirtschaft stellt sich auf mögliche Cyber-Attacken auf Windenergieanlagen ein. Hubertus Köster von der Mirascon Versicherungsmakler GmbH, der auf dem Düsseldorfer Branchentag einen Vortrag mit dem Titel „Cyber-Versicherung – Rettung vor IP-Terrorismus“ halten wird, nimmt ein Umdenken in der Windbranche wahr: „Vor allem seit „WannaCry“ haben wir vermehrt Anfragen bekommen, was wir an Versicherungsschutz bieten können.“

 

Info
Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw-windenergie.de.

 

Kontakt:

Lorenz Kommunikation
Klaus Lorenz
Telefon: +49 2182-57878-10
E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de

 

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 9. Branchentag Windenergie NRW:

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., Bundesverband Windenergie e.V. (BWE), DZ Bank AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW, Grünwerke GmbH, HAUS DER TECHNIK e.V., Kraftwerksschule e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA), OSTWIND AG, Messe Husum GmbH, Netzwerk Windenergie c/o EnergieAgentur.NRW, RPOKON Regenerative Energien eG, Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., Städtetag Nordrhein-Westfalen, Verband kommunaler Unternehmen e.V. Landesgruppe Nordrhein- Westfalen (VKU), WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH / Projekt EE.SH, Women of WindEnergy Deutschland e.V.

Pressemitteilung 19.06.2017
Auch Windenergieanlagen von Cyberangriffen bedroht
BT-NRW 2017_PM_Cybercrime.pdf
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Presse-Information


Zunehmende Nutzung von Drohnen bei der Wartung von WEA

 

  • Große Geschäftspotentiale on- und offshore
  • Behörden mit Vielzahl von Genehmigungsverfahren personell überfordert
  • Experten diskutieren Thema auf dem 9. Branchentag Windenergie NRW

 

Grevenbroich, 14.06.2017.- Schlagzeilen hatten sie in den vergangenen Monaten genügend gehabt, bekannte Logistik- und Versandunternehmen, die mit Drohnen Pakete oder Güter durch die Luft zu ihren Kunden bringen. Drohnen gelten als neues alternatives Transportmittel.

 

Auch bei den regenerativen Energien werden zunehmend Drohnen eingesetzt, und zwar für die Wartung von Windenergieanlagen und großen Solarparks. Was keiner besser weiß als Robert Hörmann. Zusammen mit seinem Partner Peter Fromme-Knoche hat er die Aero Enterprise GmbH im niederösterreichischen Linz gegründet. Mit ihrem selbstentwickelten „SensorCopter“, einem unbemannten, halbautomatischen Helikopter mit einer Rotorspannweite von über zwei Metern, können sie Brücken, Staumauern, aber auch Windenergieanlagen inspizieren.

 

Auf dem Fluggerät sind mehrere hochauflösende Kameras und Sensoren zur Datenerhebung und Begutachtung montiert. Damit lassen sich Risse, Lack-Abplatzer, fehlende Teile, Kratzer oder Löcher an den Rotorblätter erkennen, dokumentieren und speichern. Dank einer selbstentwickelten Software ist Aero Enterprise in der Lage, die während des Präzisionsflugs gesammelten Bild- und Geodaten zusammen mit den Kunden auszuwerten. „Die Windkraftbetreiber können die möglicherweise notwendigen Reparaturen nicht nur davon abhängig machen, wie groß die Schäden sind, ob Ersatzteile und Fachpersonal verfügbar sind, sondern dabei auch Wetter und Temperatur berücksichtigen“, sagt Geschäftsführer Hörmann.

 

Dank des SensorCopter-Einsatzes verspricht er seinen Kunden, Geld und Zeit zu sparen: „Industriekletterer hängen für die Inspektion von Rotorblätter bis zu sechs Stunden in den Seilen, dafür müssen die Anlagen abgeschaltet sein, sprich da kein Strom produziert wird, gibt es auch keine Vergütung. Der Einsatz unseres Mini-Hubschrauber dauert maximal zweieinhalb Stunden inklusive des 25-minütigen Inspektionsfluges.“ Die dabei ermittelten Daten über den Zustand der Windenergieanlage beziehungsweise deren Rotorblätter machen für Hörmann die Planung von Inspektionen und die dann folgenden Reparaturen einfacher. „Außerdem dürften wir nicht vergessen, dass bei unseren fliegenden Inspektionen kein Menschenleben gefährdet wird“, so Hörmann.

 

Bei den Inspektionen von Windenergieanlagen an Land will Aero Enterprise nicht belassen. Für das kommende Frühjahr planen die Niederösterreicher erstmals den Einsatz ihres „SensorCopters“ in einem Offshore-Windpark in der deutschen Nordsee. „Angesichts von Wetter und Wellengang sind die Windkraftlagen auf dem Meer nur etwa an einem Drittel aller Tage im Jahr für Inspektionen zugänglich. Wenn wir diese Quote auf 50 Prozent erhöhen können, dann können die Betreiber bei möglichen Schäden wesentlich schneller reagieren“, beschreibt Hörmann die Vorteile.

 

Dass der Einsatz von Drohnen in immer mehr Wirtschaftszweigen und auch in der Windbranche zunehmen wird, ist für Prof. Martin Maslaton keine Frage. Der Energiejurist, der seit Jahren in Verbänden der Windenergie engagiert ist, gehört auch dem Vorstand des 2016 gegründeten Bundesverbandes Zivile Drohnen an: „Die Einsatzmöglichkeiten, die Drohnen für die Logistik, Digitalisierung und Mobilität bieten, sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“ Hierzulande werden nach seiner Einschätzung die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen durch administrative Hemmnisse ausgebremst: „Die vom Bundesverkehrsministerium vorgelegte Verordnung für den Drohnen-Einsatz überlässt den Behörden die Entscheidung, ob und wann Drohnen aufsteigen können.“

 

Nach dieser „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ (so die offizielle Bezeichnung) muss die zuständige Luftfahrtbehörde auch weiterhin jeden Aufstieg einer Drohne mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm genehmigen. „Damit sind die Behörden personell überfordert“, betont Maslaton. Damit könne das Potenzial, das der Einsatz von Drohnen für die Windbranche bietet, nicht ausgeschöpft werden.

 

Info

Auf dem 9. Branchentag Windenergie NRW am 28. und 29 Juni in Düsseldorf gibt es mehrere Vorträge zu den Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen, Drohnen in der Windbranche einzusetzen. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw-windenergie.de.

 

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Lorenz Kommunikation
Klaus Lorenz
Telefon: 02182-57878-10
E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de

 

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 9. Branchentag Windenergie NRW:

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., Bundesverband Windenergie e.V. (BWE), DZ Bank AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW, Grünwerke GmbH, HAUS DER TECHNIK e.V., Kraftwerksschule e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA), OSTWIND AG, Messe Husum GmbH, Netzwerk Windenergie c/o EnergieAgentur.NRW, RPOKON Regenerative Energien eG, Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., Städtetag Nordrhein-Westfalen, Verband kommunaler Unternehmen e.V. Landesgruppe Nordrhein- Westfalen (VKU), WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH / Projekt EE.SH, Women of WindEnergy Deutschland e.V.

Pressemitteilung 14.06.2017
Zunehmende Nutzung von Drohnen bei der Wartung von WEA
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Presse-Information


MIT BIG DATA PROZESSE IN DER WINDENERGIE OPTIMIEREN
Auf dem 9. Branchentag Windenergie NRW spielt moderne Datenanalyse eine wichtige Rolle


Grevenbroich, 08.06.2017.- Big Data bietet der Windbranche vielfältige Anwendungsmög-lichkeiten, nicht nur während der Betriebsphase, sondern bereits bei der Projektplanung o-der auch beim Weiterbetrieb. Weil die Branche das Potenzial der Big-Data-Analysen zuneh-mend für sich erschließt, spielt das Thema eine zentrale Rolle auf dem diesjährigen Bran-chentag Windenergie NRW. Die Konferenz mit begleitender Ausstellung findet am 28. und 29. Juni im Van der Valk Airporthotel in Düsseldorf statt.


Bei Big Data geht es im Kern darum, große Datenmengen zu erfassen, zu selektieren und auszuwerten. Dadurch lassen sich Prozesse optimieren und letzten Endes Kosten einsparen. Experten der GreenGate AG, der IM&P GmbH, der SyFit GmbH und des TÜV Süd beschreiben auf dem Branchentag Windenergie NRW den Weg von den potentiell verfügbaren Daten über die Darstellung des Anlagenzustands bis hin zu den Schlüssen, die daraus gezogen wer-den können.


Die Kunst dabei besteht vor allem darin, aus einer Vielzahl von Daten unterschiedlicher Her-kunft (SCADA, CMS, Sensoren...) und unterschiedlicher Qualität möglichst präzise Aussagen über den Zustand einer Windenergieanlage machen zu können. Die Big-Data-Analyse der Betriebsdaten ermöglicht beispielsweise belastbare Aussagen über das Leistungsverhalten einer Windenergieanlage. Intelligent ausgewertet, lassen sich daraus wiederum Rück-schlüsse ziehen für die Restlaufzeit, den bis dahin zu erwartenden Leistungsabfall und einen möglichen Weiterbetrieb.


Big Data beginnt aber nicht erst im Betrieb, sondern bereits bei den Herstellern. So wird in Düsseldorf auch vorgestellt, wie sich Betriebsmittel digital erfassen und so Informationen zu deren Prüfungsmodalitäten automatisch generieren lassen. Anlagenbauteile werden dazu direkt beim Hersteller mit einem Chip versehen, aus dem alle relevanten Daten in Sekunden-schnelle ausgelesen werden können. Die üblicherweise zeitaufwendige Identifikation und Dokumentation einzelner Betriebsmittel kann durch die Digitalisierung deutlich beschleunigt werden.


Auch Anlageninspektionen werden künftig nicht mehr analog, sondern digital aufgezeichnet werden. Serienschäden an Bauteilen, versicherungsrelevante Mängel oder auch schlei-chende Bauteildefekte können dadurch schneller erkannt werden. Mit Big-Data-Analysen kann man den aktuellen und zukünftigen Schädigungsgrad einzelner Komponenten bestim-men und dadurch Servicemaßnahmen optimieren.


Big Data ist aber natürlich nur eines von vielen Themen, denen sich der diesjährige Bran-chentag Windenergie NRW widmet. Weitere Vorträge und Workshops beschäftigen sich un-ter anderem mit den Themen Cyber-Kriminalität, Sektorenkopplung, Speichertechnologie, Ausschreibungsverfahren oder Weiterbetrieb. Lorenz Kommunikation veranstaltet den Branchentag Windenergie NRW 2017 bereits zum neunten Mal. Es werden rund 400 Konfe-renzteilnehmer erwartet. Zur begleitenden Ausstellung haben sich bereits 50 Unternehmen angemeldet.


Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung obliegt Johannes Remmel, Minister für Klima-schutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-West-falen. „Die Onshore- und Offshore-Windindustrie ist in den letzten Jahren auch in NRW zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Im Bereich der Zulieferer aus dem Ma-schinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik und der IT-Industrie ist Nordrhein-Westfalen stark positioniert“, sagt Remmel.


Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw-windenergie.de


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Lorenz Kommunikation

Klaus Lorenz

Telefon: 02182-57878-10

E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de


Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 9. Branchentag Windenergie NRW :
Agentur für Erneuerbare Energien e.V., Bundesverband Windenergie e.V. (BWE), DZ Bank AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW, Grünwerke GmbH, HAUS DER TECHNIK e.V., Kraftwerksschule e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA), OSTWIND AG, Messe Husum GmbH, Netzwerk Windenergie c/o EnergieAgentur.NRW, RPOKON Re-generative Energien eG, Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, Spreewind GmbH, Städte- und Ge-meindebund Nordrhein-Westfalen e.V., Städtetag Nordrhein-Westfalen, Verband kommunaler Un-ternehmen e.V. Landesgruppe Nordrhein- Westfalen (VKU), WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH / Projekt EE.SH, Women of WindEnergy Deutschland e.V.

Pressemitteilung 08.06.2017
Mit BIG DATA Prozesse in der Windenergie optimieren.
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Presse-Information


Kommunalworkshop beantwortet Fragen zum Landesentwicklungsplan

Eingebettet in den 9. Branchentag Windenergie NRW findet am 29. Juni der Kommunalworkshop des EnergieDialog.NRW statt.

 

Grevenbroich, 30. Mai 2017.- Seit Ende Januar ist in Nordrhein-Westfalen der neue Landesentwicklungsplan (LEP) rechtskräftig. Wie aus den Koalitionsverhandlungen von CDU und FDP nach Meldung zu hören ist, so berichten unterschiedliche Tagesmedien, wird er zwar komplett überarbeitet, aber grundsätzlich auch weiterhin Geltung haben. Doch nicht alle Regierungsbezirke haben ihre Regionalpläne entsprechend überarbeitet, was in der Praxis auf Planungs- und Genehmigungsebene viele Fragen aufwirft. Unter anderem diese werden beim Kommunalworkshop beantwortet, der im Rahmen des 9. Branchentags Windenergie NRW am 29. Juni in Düsseldorf stattfindet.

 

Der Kommunalworkshop richtet sich an Mitarbeiter/innen aus der Kommunalverwaltung, aus Bau- und Planungsämtern, an Klimaschutzmanager sowie an Vertreter der Genehmigungs- und Fachbehörden in Nordrhein-Westfalen – kurz an alle, die sich auf kommunaler Ebene mit der Realisierung von Windenergieprojekten auseinandersetzen. „Kommunen sehen sich mit der aktuellen Rechtsprechung konfrontiert und müssen sich häufig neuen Anforderungen stellen. Gerade bei der Raumentwicklung hängen sie aktuell in der Luft, weil nicht alle Regierungsbezirke ihre Regionalpläne abgestimmt haben“, sagt Maik Schatto vom EnergieDialog.NRW.

 

Durch Vorträge von Rechtsanwälten sowie von Vertretern von Rechts- und Bauamt werden im Rahmen des Kommunalworkshops die wichtigsten Fragen nicht nur zum LEP geklärt. Weitere Themen sind Windenergie im Wald, der Einfluss von Windenergieanlagen auf Flugsicherungseinrichtungen und Wetterradar sowie der Umgang mit der Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm). Eine großzügig geplante Diskussionsrunde gibt Raum und Zeit, alle Fragen der Teilnehmer zu klären.

 

Der Kommunalworkshop wird veranstaltet vom EnergieDialog.NRW der EnergieAgentur.NRW in Kooperation mit Lorenz Kommunikation. Er findet statt am 29. Juni von 10 bis 15 Uhr im Van der Valk Airporthotel in Düsseldorf. Für Teilnehmer/innen des Branchentags Windenergie NRW, der bereits am 28. Juni startet, ist die Teilnahme kostenlos. Ebenfalls kostenlos teilnehmen können kommunale Vertreter, wenn sie sich über die Homepage des EnergieDialog.NRW zum Kommunalworkshop anmelden.

 

Vor und nach diesem Workshop setzen sich weitere Referenten der Firmen Ostwind AG und eueco GmbH mit Stolpersteinen auf dem Weg zur Genehmigung und planerische Lösungen auseinander bzw. resümieren die Erfolgsfaktoren und Praxiserfahrungen aus digitalen Bürgerbeteiligungen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw-windenergie.de sowie unter www.energieagentur.nrw.

 

Kontakt:

Lorenz Kommunikation
Klaus Lorenz
Telefon: +49 2182-57878-10
E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de

EnergieAgentur.NRW
EnergieDialog.NRW
Maik Schatto
Telefon: +49 202-2455240
E-Mail: schatto@energieagentur.nrw

 

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 9. Branchentag Windenergie NRW :

 

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., Bundesverband Windenergie e.V (BWE), DZ Bank AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW, Grünwerke GmbH, HAUS DER TECHNIK e.V., Kraftwerksschule e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA), OSTWIND AG, Messe Husum GmbH, Netzwerk Windenergie c/o EnergieAgentur.NRW, RPOKON Regenerative Energien eG, Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., Städtetag Nordrhein-Westfalen, Verband kommunaler Unternehmen e.V. Landesgruppe Nordrhein- Westfalen (VKU), WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH / Projekt EE.SH, Women of WindEnergy Deutschland e.V.

 

Pressemitteilung 30.05.2017
Eingebettet in den 9. Branchentag Windenergie NRW findet am 29. Juni der Kommunalworkshop des EnergieDialog.NRW statt.
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Presse-Information


Windenergiebranche vor Rekordausbau und dennoch Sorgen

9. Branchentag Windenergie NRW diskutiert über Weiterbetrieb alter Anlagen

 

Grevenbroich, 22.05.2017.- Der deutsche Windmarkt steht in diesem Jahr vor einem Rekordausbau.

Die Branchenorganisationen rechnen damit, dass bis zum Jahreswechsel einige Hundert neue Windturbinen mit zusammen mehr als 5 000 Megawatt Leistung neu ans Netz gehen. Das entspricht in etwa fünf Mal der Leistung des Kohlekraftwerks, das der Energiekonzern Uniper derzeit in Datteln fertig stellt.

 

Dieser erfreuliche Zubau ist aber nur die eine Seite der Medaille, die die Windbranche hierzulande beschäftigt. Auf der anderen Seite bereitet immer mehr Branchenexperten eine Entwicklung Sorgen, die sich am Horizont abzeichnet: Wenn im April 2020 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sein 20-jähriges Jubiläum feiert, fallen wenige Monate später einige tausende Windturbinen aus der EEG-Vergütung. Statt der fixen Einspeisepreise müssen die Windmüller ihren Strom über die Börse verkaufen. Bei den derzeit niedrigen Börsenstrompreisen rechnet sich der Weiterbetrieb aber wirtschaftlich nicht.

 

Eines des wichtigen Themen, denen sich der Branchentag Windenergie widmet, der am 28. und 29. Juni wieder in Düsseldorf stattfindet. Veranstaltet wird das Branchentreffen, das sich kurz vor der Sommerpause traditionsgemäß insbesondere technischen und finanziellen Fragestellungen rund um die Windindustrie beschäftigt, von der Unternehmens- und Kommunikationsberatung Lorenz Kommunikation.

 

Das sich abzeichnende Szenario ist eigentlich keine Überraschung: Jeder Windmüller, der vor gut zwei Jahrzehnten seine Windmühlen in Betrieb genommen hat, wusste, dass er einen garantierten Abnahmepreis für ziemlich genau 20 Jahre erhalten würde. Nur das Ausmaß der Windräder, die demnächst keine EEG-Vergütung mehr erhalten, wird erst seit kurzem bewusst wahrgenommen.

 

Am 31. Dezember 2020 fallen auf einen Schlag etwa 6 000 Windenergieanlagen, die es zusammen auf eine Leistung von rund 4 500 MW bringen, aus der EEG-Vergütung. Damit nicht genug: Bis 2026 werden davon jedes Jahr rund 1 600 Windräder betroffen sein. Damit könnte sich bis dahin die Gesamtleistung der Altanlagen ohne EEG-Vergütungsanspruch auf gut 11 000 MW summieren. Diese Zahlen ermittelte vor wenigen Wochen das Beratungsunternehmen Deutsche WindGuard für den Ökostromanbieter Naturstrom und die Deutsche Umwelthilfe in einem Gutachten.

 

Diesen Befund ordnet Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, ein: „In den 2020er Jahren ist nach der letztjährigen EEG-Reform gleichzeitig der Neubau auf 2 900 Megawatt brutto limitiert worden, sodass sich unter dem Strich der wirkliche Zubau marginalisiert.“ Kommt es zu einem massenhaften Abbau und Abschaltung dieser Altanlagen werde das, so Albers, negative Auswirkungen auf die Energiewende und das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele haben.

 

Auch Jürgen Holzmüller, langjähriger Sachverständiger für Windenergieanlagen, hält das mögliche Aus für viele Altanlagen für „kontraproduktiv“: „Rein technisch gesehen können viele Windenergieanlagen sicherlich 30, sogar 40 Jahre laufen. Was auch wirtschaftlich Sinn macht, den diese steuerlich abgeschriebenen Anlagen produzieren die Kilowattstunde Windstrom weitaus preiswerter als gerade neu installierte Windturbinen.“

 

Umsonst ist dieser Windstrom aber dennoch nicht: „Für Service, Wartung, Betrieb oder möglicherweise Pachtzahlungen fallen je nach Standort und Verfügbarkeit der Anlagen Kosten zwischen drei und fünfeinhalb Cent je Kilowattstunde an“, weiß Windexperte Holzmüller. Bei den derzeitigen Spotmarktpreisen von 2,9 Cent/kWh im Jahresdurchschnitt 2016 würden die betroffenen Windmüller aber draufzahlen. Bleibt es bei diesem Strompreisniveau befürchtet Holzmüller, „ dass viele Betreiber ihre Anlagen vom Netz nehmen und endgültig abbauen.“

 

Gefragt sind deshalb Konzepte, wie sich der Weiterbetrieb von vielen Anlagen sichern lässt. Um Kosten zu sparen, plädiert Sachverständiger Holzmüller zum einen, das bisherige Wartungskonzept zu überdenken: „Anstatt der turnusmäßigen halbjährlichen Wartung kann ich mir  alternative betriebsstundenbasierte Wartungskonzepte vorstellen“. Konkret heißt das: „Um die Betriebsstunden zu reduzierten, sollten die Windmüller nur noch bei hohen Börsenstrompreisen produzieren und einspeisen, womit der Wartungsturnus an die Betriebsstundenzahl angepasst werden könnte.“ Für den Sachverständigen heißt das künftige Motto: Höhere Einnahmen bei optimierten Kosten.

 

Für den einfachsten Weg möglichst viele alte Anlagen zu retten, nämlich eine Anschlussregelung im EEG, sieht bei der Naturstrom AG Vorstand Oliver Hummel keine Chancen: „Eine voraussetzungslose Anschlussvergütung halte ich für unrealistisch“. Politische Unterstützung wünscht er sich dennoch: „Wir müssen die Kohleverstromung und die erheblichen fossilen Überkapazitäten schnell reduzieren. Damit würden nicht nur Kohlendioxid-Emissionen vermieden, sondern auch die Bedingungen für die weitere Erzeugung von günstigem, CO2-freiem Strom durch die alten Windräder verbessert. Auch eine zusätzliche CO2-Steuer könnte sinnvoll und nötig sein, meint Hummel. Nicht zuletzt steigende Strompreise könnten helfen, den Weiterbetrieb vieler alter Anlagen ohne EEG-Vergütung zu sichern.

 

Der Ökostromanbieter hat mittlerweile Überlegungen begonnen, wie sich der Windstrom der Altanlagen für neue Stromprodukte nutzen lässt. Genau darauf zielt auch ein Vorschlag von Robert Habeck ab. Der amtierende Energiewendeminister in Schleswig-Holstein drängt darauf, die Sektorenkopplung, sprich den Einsatz regenerativer Energien im Mobilitäts- und Wärmesektor, schnellstens voranzubringen: „Der in alten Windenergieanlagen produzierte Strom drängt sich dafür auf.“

 

Dafür zeigt Naturstrom-Manager Hummel durchaus Sympathien. Ihm kommt es darauf an, dass sich Politik und Windbranche in den kommenden Monaten verstärkt Gedanken um den Weiterbetrieb der Altanlagen machen: „Wir sollten die verbleibende Zeit nutzen, bis wirklich die ersten Windräder aus der EEG-Vergütung fallen.

 

 

Weitere Informationen zum 9. Branchentag Windenergie NRW finden Sie unter www.nrw-windenergie.de.

Ansprechpartner für die Medien:

Klaus Lorenz, Lorenz Kommunikation

Tel.:     +49 21 82 5 78 78-10

E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de

 

 

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 9. Branchentag Windenergie NRW :

 

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., Bundesverband Windenergie e.V (BWE), DZ Bank AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW, Grünwerke GmbH, HAUS DER TECHNIK e.V., Kraftwerksschule e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA), OSTWIND AG, Messe Husum GmbH, Netzwerk Windenergie c/o EnergieAgentur.NRW, RPOKON Regenerative Energien eG, Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., Städtetag Nordrhein-Westfalen, Verband kommunaler Unternehmen e.V. Landesgruppe Nordrhein- Westfalen (VKU), WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH / Projekt EE.SH, Women of Wind Energy Deutschland e.V.

Pressemitteilung 22.05.2017
WINDENERGIEBRANCHE VOR REKORDAUSBAU UND DENNOCH SORGEN
Pressemitteilung BT Windenergie NRW -Wei[...]
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