Björn Roscher,

RWTH Aachen, Center for Wind Power Drives

Vita:

Von 2009 bis 2014 studierte Björn Roscher, M.Sc. Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Delft sowie Windenergie an der Dänisch Technischen Universität. Neben seinem Studium arbeitete er als Windparkplaner bei DelftWindPower.

Seit Dezember 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am CWD im Bereich Modellierung und Simulation.

Hierbei fokussiert er sich auf die Bereiche Rotorblattauslegung und Windparkgestaltung.

Für eine repräsentative Windparkbetrachtung entwickelte Herr Roscher ein Evaluierungs- und Optimierungstool um somit die Stromgestehungskosten in der Planungsphase gering zu halten.

 

Der Vortrag von Björn Roscher in Kürze:

Multidimensionale Onshore- Windparkoptimierung

 

Windenergie ist inzwischen zu einer der wichtigsten erneuerbaren Energiequelle geworden. 2015 wurde durch Wind eine Bruttostrommenge von 88 TWh erzeugt, was einem Anteil von 44,9% der gesamten Bruttostrommenge der regenerativen Energien entsprach. An windstarken Standorten können die Stromgestehungskosten bereits mit denen von konventionellen Stromgestehungskosten mithalten. Doch diese Standorte sind Onshore und stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Daher müssen auch zunehmend windschwächere Standorte in Betracht gezogen. Um auch an diesen Standorten niedrige Stromgestehungskosten zu erhalten, müssen die wenigen verfügbaren Flächen effektiv genutzt werden und die verschiedenen Einflussfaktoren Beachtung finden. Hierzu zählen Abstandsregelungen zu anliegenden Wohn- und Nutzflächen, Belastung durch Schattenwurf, akustische Emission, Tierschutz usw.

Zusätzlich wächst stetig das Angebot an möglichen Windturbinen mit den wesentlichen Differenzierungsmerkmalen Rotordurchmesser und Nabenhöhe. All diese Faktoren erschweren die Suche nach einer optimalen Windparkauslegung. Aufgrund der erhöhten Komplexität ist es ratsam, die Windparkauslegung mit Hilfe eines Optimierungsalgorithmus zu tätigen. Hierfür existieren bereits kommerziell verfügbare Softwarelösungen, jedoch beschränken sich diese meist nur auf die Platzierung ohne eine Möglichkeit der Variation der Windturbine. Daher wird am Center for Wind Power Drives eine Methodik entwickelt, welche verschiedene Parameter berücksichtigt und dadurch ein Windparklayout mit den dazu passenden Windturbinen bestimmt. Durch ein Layout mit standortspezifisch angepassten Windturbinen ist eine Reduktion der Stromgestehungskosten und Steigerung der Jahresproduktion zu erwarten.